Elternratgeber Gewalt an Schulen
Thema "Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule"
Tatort Schule.

Immer häufiger wird das Klassenzimmer oder der Pausenhof zum Schauplatz von Erpressung, Gewalt und Körperverletzung. Eine Studie der Technischen Universität Dresden belegt das hohe Gewaltpotential:

Von etwa 5 Mio. Schülern der 5. bis 10. Klasse leiden ca. 7 bis 10% unter Mobbing
(von einfacher Belästigung bis zu körperlichen Aggressionen) durch Klassenkameraden.

Professor Wolfgang Melzer, Leiter der Forschungsgruppe: „Etwa 175.000 der 12- bis 17-Jährigen sind zum Kreis der notorischen Täter zu rechnen.“
Links zum Thema

"Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule"

Informationen über nationale und internationale Projekte zur Gewaltprävention:


• VISIONARY ist ein europäisches Kooperationsprojekt zum Thema "Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule"

Link:


• Netzwerk Verantwortungsübernahme und Gewaltprävention. Hier wird über Schulprojekte zur
  Gewaltprävention aus verschiedenen Bundesländern informiert.

Link:


Weitere Projekte siehe:

• Deutscher Bildungsserver - Projekte zur Gewaltprävention

 Link:
Was sind die Ursachen für diese alarmierende Entwicklung?

Wissenschaftler sind sich einig, dass viele Faktoren eine Rolle spielen:

• Veränderte Familienstrukturen. Wenn beide Elternteile oder Alleinerziehende berufstätig sind, bleibt für die Kinder  mit ihren Sorgen und Ängsten oft zu wenig Zeit.

• Mangelndes Interesse. Viele Eltern informieren sich erst über das schulische Umfeld, wenn die Noten schlechter werden.

• Die Auswirkungen der „Ellenbogen-Gesellschaft“. Viele Kinder haben nicht gelernt, Konflikte verbal auszutragen, Kompromisse zu machen. Ein wichtiger Erziehungsauftrag, für den nicht die Lehrer, sondern die Eltern zuständig sind.

• Der Einfluss von Computerspielen oder der Medien. Im Durchschnitt hat ein deutscher Schüler bis zu seinem 13. Lebensjahr bereits 10000 TV-Morde gesehen.

• Perspektivlosigkeit. Steigende Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel machen Angst  vor der Zukunft.
Wie können Eltern ihre Kinder schützen?

Der Kieler Psychologe Reiner Hanewinkel: „Eltern sollten das Umfeld ihres Kindes kennen und Kontakt zu Ansprechpartnern, wie z.B. Klassenlehrern, halten. Erste Warnzeichen, wie eine Leistungsverschlechterung oder Verhaltensauffälligkeiten, nicht übersehen, sondern rechtzeitig eingreifen.“
Gibt es bei uns bald amerikanische Verhältnisse?

Hanewinkel: „Nein. Aber es ist jetzt höchste Zeit, dass die Schule ihren Erziehungsauftrag neu definiert.“
Wie soll das aussehen?

Prof. Wolfgang Melzer von der TU Dresden: „Wir schlagen die Einrichtung eines Rates vor,  in dem neben Schulaufsicht auch Jugendbehörden, Polizei, Richter und Wissenschaftler vertreten sind. Aufgabe dieses Gremiums sollte die Entwicklung eines Rahmenprogramms zur Gewaltprävention in Schulen für jedes Bundesland sein.“  Doch bislang stößt der Professor mit seiner Idee bei verantwortlichen Politikern auf taube Ohren.
Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung

Kinder wollen toben, sich bewegen, haben sichtlich Spaß an der körperlichen Anstrengung. Kinder müssen die Erfahrung machen, dass körperliches Wohlgefühl und seelische Zufriedenheit miteinander zusammenhängen.

Entscheidend für eine gute körperliche Verfassung ist neben der ausreichenden Bewegung die richtige Ernährung.

Erwachsene sollten auf einen verantwortlichen Umgang mit Süßigkeiten achten. Es ist falsch, sie Kindern dann zu geben, wenn sie beruhigt oder getröstet werden sollen.
Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt

Viele Kinder sind viel zu häufig allein zu Hause und haben niemanden, der ihnen hilft und mit dem sie reden können. Deshalb sollten Eltern bei ihrer Zeitplanung auch immer die Interessen ihrer Kinder berücksichtigen:

• Sie brauchen gleichaltrige Freunde, mit denen sie gemeinsam etwas unternehmen können.

• Sie brauchen ferner Erwachsene außerhalb ihres engsten Familienkreises, auf die sie sich seelisch beziehen und an denen sie sich orientieren können.

• Und Kinder brauchen schließlich Menschen, die sich für sie einsetzen. Damit sie in einer Umwelt aufwachsen, in der auf sie und ihre Bedürfnisse mehr Rücksicht genommen wird.

Für die Kinder sind nicht nur die Eltern, Erzieherinnen, Lehrer, Ärzte und Erziehungsberater da, sondern alle Erwachsenen.